Mittwoch, 9. August 2017

Suche nach einer Baufirma

Folgende Varianten zum Bau haben wir uns angesehen:
  • Beauftragung eines Architekten
  • Generalunter/-übernehmer für Massivbauweise
  • regionale Zimmerei/Holzbau-Betriebe
Ein Bau in Eigenregie kam nicht in Frage, da wir beide Laien sind. Man lernt zwar viel Theorie, wenn man sich so lange und intensiv mit dem Thema Haus und Hausbau beschäftigt. Aber für die Praxis würde das niemals reichen.

Da mir klar war, dass Generalunter/-übernehmer versuchen werden möglichst "billig" zu bauen und dabei nicht immer auf die Qualität Rücksicht nehmen, hab ich als erstes mindestens 10 Architekten angerufen. Meine Absicht war es einen Architekten mit den Leistungsphasen 4 bis 8, also Eingabeplanung bis Bauüberwachung, zu beauftragen. Bis auf einen waren alle entweder ausgebucht oder uninteressiert an einem günstig gebauten EFH.  
Mit dem einen Architekten hatten wir viele Mails, Telefonate und zwei Termine bis er uns endlich verraten hat, was seine Leistung denn eigentlich kostet. Im Groben war mir das schon bekannt, aber ich hatte gehofft es gäbe etwas Verhandlungsspielraum oder die Möglichkeit nach Stunden abzurechnen, weil ich mich ja doch recht viel selbst kümmern wollte. War leider nicht der Fall und das Honorar nach HOAI wäre bei ca. 45.000€ gelegen. 1. war das zu teuer, 2. konnte er mich mit seinen Vorschlägen, Dämmung auf Ytong zu pappen und die Netzwerk-Verkabelung über Power-LAN (Stromleitung) zu realisieren nicht wirklich von sich überzeugen 😉 Klar ist unser Budget begrenzt, aber bevor ich so baue, lieber gar nicht. 😉

Für die Massivbauweise aus Stein haben wir 2 Generalübernehmer mit wirklich guten Preisen gefunden. Beide auch sympathisch und recht flexibel was Eigenleistungen angeht. Einer baut mit Ytong-Steinen, der andere mit Poroton. Kandidat Ytong hätte nach dem Winter direkt los legen können, der bevorzugte Poroton ab Juni. Wir hatten noch mit 3 anderen Firmen Termine, die aber deutlich teurer waren und/oder deren Bauweise mit WDVS uns nicht zugesagt hat.

Ja und dann war da noch die Sache mit dem Holzhaus, die in unseren Köpfen rumgespukt ist. Holz ist einfach viel schöner, gemütlicher, wohnlicher als kalter Stein. Andererseits hat es, ob berechtigt oder nicht, schlechte Wiederverkaufswerte. Und Werterhalt ist uns eigentlich schon sehr wichtig.
Eigentlich sollte es mal ein Blockhaus aus Vierkant-Bohlen werden. Ich muss zugeben, dass wir den Preis eines voll ausgebauten Blockhauses bis heute gar nicht kennen, sondern von vornherein als zu teuer abgestempelt haben. 
Dann gibt es noch die Massivholz-Variante mit Brettschichtholz. Das wird von einem Anbieter in Österreich vorgefertigt und von regionalen Holzbau-Firmen aufgestellt. Hierfür haben wir uns ein Angebot erstellen lassen. Leider war uns auch das zu teuer. 
Und wir haben gelernt, dass massive Holzbauweise auch Nachteile hat. z.B. müssen alle Öffnungen für Wasser, Elektrik, Lüftung, ... ab Werk vorbereitet werden, da es ansonsten im massiven Holz natürlich keine Hohlräume gibt in die man nachträglich verlegen kann. Spätere Änderungen sind unmöglich. Natürlich könnte man von innen eine Installations-Ebene an die Wände anbringen und mit Gipsfaserplatten verkleiden. Das würde aber noch höhere Kosten bedeuten und die Optik und Haptik massiven Holzes wieder hinfällig machen. 
So blieb nur die klassische Holzständer-Bauweise. Preislich interessant und in den hohlen Innenwänden sowie der Installationsebene der Außenwände kann man ganz hervorragend alle möglichen Leitungen verlegen. Eigenleistung ist hier viel einfacher möglich als bei einem Haus aus Stein. Besonders wenn man so gerne mit Holz arbeitet wie der Bauherr 😃
Industrielle Fertighaus-Firmen kamen für uns nicht in Frage. Wir wollen keine Folien und Styropor, dafür aber eine Installationsebene, individuelle Planung und Eigenleistung. Das bekommt man anscheinend nur von kleineren Handwerks-Betrieben.

Also haben wir unseren Entwurf mit relativ detaillierter Baubeschreibung an mehrere Zimmerei-Betriebe in der Region gesendet. Von 4 Firmen haben wir uns ein Angebot für unser Haus erstellen lassen. Bei 2 weiteren wurde schon im Vorgespräch klar, dass sie sehr weit über unserem Budget liegen. 1 weiterer hatte keine (nennenswerte) Erfahrung im Hausbau und wir wollten nicht die Versuchskaninchen spielen. 
Bei den 4 Angeboten ist eines sehr deutlich nach oben abgewichen. 3 waren in etwa preisgleich, wobei eines davon leider erst mit 4 Monaten Verspätung eingetrudelt ist. Die Gesprächspartner bei allen 3 Firmen hatten gemeinsam, dass sie ausgesprochen sympathisch und kompetent wirkten. Wir fühlten uns bei diesen Handwerkern wesentlich wohler als bei den Vertrieblern der Stein-Anbieter. Die Bauweise und Ausstattung wirkte durchweg hochwertiger, die Angebote transparenter. 

Eine Entscheidung hat sich aufgrund diverser Verzögerungen und Schwierigkeiten leider einige Monate hingezogen. Letztendlich haben wir uns, trotz schleppender Kommunikation und dadurch stark strapazierter Nerven, für das verspätete Angebot entschieden. Die Gründe sind: 
  • mehr Erfahrung durch ca. 20 gebaute Häuser pro Jahr
  • eine Bauweise die uns besser gefällt als die der Konkurrenz (2te Schicht Estrich zum Trittschallschutz statt Trockenschüttung, Holzfaser-Dämmung statt Zellulose, größere Raumhöhe im EG, besser gedämmte Fenster)
  • Erdarbeiten und Bodenplatte sind halbwegs zeitnah möglich (dazu komme ich noch in einem anderen Artikel)
  • zwei positive Referenzen von ehemaligen Bauherren
  • Offenheit für beliebige Eigenleistungen
  • ein etwas günstigerer Preis
Baubeginn wurde uns für Anfang Oktober versprochen. Das ist zwar 6 Monate später als ursprünglich mal gehofft, aber recht viel früher wäre zum Zeitpunkt der Entscheidung auch bei der Konkurrenz nicht mehr möglich gewesen. 

Wie der Preis im Vergleich zu den oben erwähnten GÜs für Massivbauweise liegt und weshalb nun das Holz gewonnen hat, das erfahrt ihr in den folgenden Artikeln.

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